Prophet Ibrahim: Der Vater des Monotheismus
Das Leben von Prophet Ibrahim, seine Prufungen, sein Wurf ins Feuer, der Befehl zur Opferung seines Sohnes und der Bau der Kaaba. Der Vater des reinen Glaubens.
Prophet Ibrahim: Der Vater des Monotheismus
"Ibrahim war eine Gemeinschaft fur sich, Allah ergeben und ein Hanif, und er gehorte nicht zu den Gotzenanbetern." (16:120)
Eine Gemeinschaft fur sich. Wahrend alle Gotzen anbeteten, glaubte er an den einen Gott. Er stellte sich seinem Vater, seinem Volk, seinem Konig entgegen. Er wurde ins Feuer geworfen und verbrannte nicht. Er wurde aufgefordert, seinen Sohn zu opfern, und er ergab sich.
Dies ist die Geschichte von Ibrahim. Der Vater des Monotheismus. Der Freund Gottes.
Geburt und Umfeld
Ibrahim wurde in der Stadt Ur im Irak geboren. In einer Zeit, als Nimrod herrschte. Alle beteten Gotzen an. Sein Vater Asar fertigte und verkaufte Gotzenbilder.
Aber Ibrahim war anders. Schon als Kind dachte er nach: Wie konnen diese Gotzen Gotter sein? Sie werden selbst gemacht, wie konnen sie etwas erschaffen?
Stern, Mond, Sonne
Der Koran erzahlt von Ibrahims Suche nach der Wahrheit:
"Als ihn die Nacht uberdeckte, sah er einen Stern. Er sagte: 'Das ist mein Herr.' Doch als er unterging, sagte er: 'Ich liebe nicht die Untergehenden.'"
"Als er den Mond aufgehen sah, sagte er: 'Das ist mein Herr.' Doch als er unterging, sagte er: 'Wenn mein Herr mich nicht rechtleitet, werde ich gewiss zu den Irregehenden gehoren.'"
"Als er die Sonne aufgehen sah, sagte er: 'Das ist mein Herr, das ist grosser.' Doch als sie unterging, sagte er: 'O mein Volk, ich bin frei von dem, was ihr beigesellt.'"
"Ich wende mein Gesicht als Hanif demjenigen zu, der die Himmel und die Erde erschuf, und ich gehore nicht zu den Gotzenanbetern." (6:76-79)
Eine logische Suche. Was untergeht, kann kein Gott sein. Was sich verandert, kann nicht der Schopfer sein. Der wahre Herr ist unsichtbar, aber sieht alles. Ewig, unveranderlich, einzig.
Das Zerbrechen der Gotzen
Ibrahim warnte sein Volk. Sie horten nicht. Eines Tages, als alle die Stadt verlassen hatten, betrat er den Tempel.
Er zerbrach alle Gotzen. Nur den grossten liess er stehen und hangte die Axt an dessen Schulter.
Als sie zuruckkehrten, waren sie schockiert: "Wer hat das getan?"
"Vielleicht hat dieser grosse Gotze es getan. Fragt ihn doch!" sagte Ibrahim.
"Du weisst doch, dass diese nicht sprechen konnen!" sagten sie.
"Warum betet ihr dann etwas an, das nicht sprechen kann, euch weder nutzen noch schaden kann?" (21:62-67)
Logik. Verstand. Frage.
Der Wurf ins Feuer
Nimrod und sein Volk wollten Ibrahim bestrafen.
"Verbrennt ihn und helft euren Gottern!" sagten sie. (21:68)
Sie entfachten ein gewaltiges Feuer. So gross, dass sie ihn mit einem Katapult hineinwarfen.
Und in diesem Moment geschah das Wunder:
"O Feuer, sei kuhl und friedlich fur Ibrahim!" sprachen Wir. (21:69)
Das Feuer gehorchte dem Befehl. Es verbrannte Ibrahim nicht. Der Uberlieferung nach erbluhten inmitten des Feuers Rosen.
Nimrods Macht war gegenuber Allahs Befehl machtlos.
Die Auswanderung
Sein Volk glaubte nicht. Ibrahim wanderte mit seiner Frau Sara und seinem Neffen Lut nach Palastina aus.
"Ich wandere aus zu meinem Herrn." (29:26)
Fur den Monotheismus verliess er seine Heimat, seine Familie, alles.
Hagar und Ismail
Sara bekam keine Kinder. Sie gab Ibrahim Hagar zur Frau. Aus Hagar wurde Ismail geboren.
Dann, auf Allahs Befehl, brachte Ibrahim Hagar und den kleinen Ismail in das ode Tal von Mekka.
Hagar fragte: "Du lasst uns hier zuruck und gehst. Ist das Allahs Befehl?"
"Ja."
"Dann wird Allah uns nicht im Stich lassen."
Ibrahims Dua:
"Unser Herr, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem Tal ohne Pflanzen bei Deinem heiligen Haus angesiedelt. Unser Herr, damit sie das Gebet verrichten. So mache die Herzen einiger Menschen ihnen zugeneigt und versorge sie mit Fruchten, auf dass sie dankbar sein mogen." (14:37)
Zamzam
Hagar lief siebenmal zwischen Safa und Marwa auf der Suche nach Wasser. Unter den Fussen des kleinen Ismail sprudelte Wasser hervor: Zamzam.
Dieses Wasser fliesst bis heute. Millionen von Pilgern trinken davon.
Und Hagars Lauf wurde zu einem Ritual der Pilgerfahrt: Sa'y.
Die grosste Prufung: Die Opferung
Ismail wuchs heran, wurde zum jungen Mann. Und die schwerste Prufung kam.
Ibrahim sah in seinem Traum: Er wird seinen Sohn opfern.
Der Traum eines Propheten ist Offenbarung. Ibrahim erzahlte es Ismail:
"O mein lieber Sohn, ich sehe im Traum, dass ich dich opfere. Schau, was meinst du?"
Ismails Antwort:
"O mein Vater, tu, was dir befohlen wird. Du wirst mich, so Allah will, unter den Geduldigen finden." (37:102)
Der Vater ergeben, der Sohn ergeben. Vollkommene Hingabe an Allahs Befehl.
Und der Moment der Ausfuhrung:
"Als sich beide ergeben hatten und er ihn auf die Stirn niedergelegt hatte, da riefen Wir ihm zu: 'O Ibrahim, du hast das Traumgesicht bereits bestatigt. So belohnen Wir die Gutes Tuenden. Das ist wahrlich die offenkundige Prufung.' Und Wir losten ihn durch ein grossartiges Schlachtopfer aus." (37:103-107)
Allah sandte einen Widder. Ismail wurde gerettet. Die Prufung war bestanden.
Dies ist die Essenz des Opferfestes. Jedes Jahr gedenken wir dieser Hingabe.
Der Bau der Kaaba
Allah befahl Ibrahim: Errichte das Haus Gottes.
"Und als Ibrahim zusammen mit Ismail die Grundmauern des Hauses errichtete (und sprach): 'Unser Herr, nimm es von uns an. Du bist der Allhorende, der Allwissende.'" (2:127)
Vater und Sohn errichteten Stein fur Stein. Die erste Moschee der Welt. Die Gebetsrichtung der Menschheit.
Ibrahims Gebete
Ibrahim war ein Mensch des Gebets:
Fur die Nachkommenschaft
"Mein Herr, schenke mir einen von den Rechtschaffenen." (37:100)
Fur die Ummah
"Unser Herr, mache uns Dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Dir ergebene Gemeinschaft." (2:128)
Fur einen Propheten
"Unser Herr, und erwecke unter ihnen einen Gesandten von ihnen, der ihnen Deine Zeichen verliest und sie das Buch und die Weisheit lehrt und sie lautert." (2:129)
Dieses Gebet wurde mit Prophet Muhammad erfullt.
Fur Eltern
"Mein Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Glaubigen am Tag, da die Abrechnung stattfindet." (14:41)
Ibrahims Eigenschaften
Der Koran beschreibt Ibrahim mit verschiedenen Attributen:
Hanif: Der sich dem einen Gott zuwendet, fern von Gotzen Khalilullah: Der Freund Gottes Ummah: Eine Gemeinschaft fur sich Awwah: Der viel betet, innerlich bewegt Halim: Der Milde, Sanftmutige Muslim: Der Ergebene
Lehren von Ibrahim
1. Nutze den Verstand
Stern, Mond, Sonne... Ibrahim suchte mit dem Verstand. Er glaubte nicht blind, sondern denkend.
2. Mut
Er stellte sich seinem Volk, seinem Vater, dem Konig entgegen. Er furchtete nicht, fur die Wahrheit allein zu stehen.
3. Hingabe
Als ihm gesagt wurde "Ergib dich!", sagte er "Ich habe mich dem Herrn der Welten ergeben." (2:131)
4. Opferbereitschaft
Heimat, Familie, Sohn... Er war bereit, alles auf dem Weg Allahs zu opfern.
5. Gebet
Er betete standig. Fur sich, seine Familie, die Ummah, zukunftige Generationen.
Die Gemeinschaft Ibrahims
"Folgt der Gemeinschaft Ibrahims." (3:95)
"Die schonste Religion ist die dessen, der sein Gesicht Allah ergibt, Gutes tut und der Gemeinschaft Ibrahims, des Hanif, folgt." (4:125)
Prophet Muhammad setzte die Gemeinschaft Ibrahims fort. Monotheismus, Hingabe, Hanif-Sein.
Auch wir sind Kinder dieser Gemeinschaft.
Fazit: Freund werden
Ibrahim wurde der Freund Gottes. Wie?
- Er glaubte an den einen Gott
- Er opferte alles
- Er ergab sich jedem Befehl
- Er betete standig
- Er gab niemals auf
"Mein Herr, mache mich zu einem, der das Gebet verrichtet, und auch von meiner Nachkommenschaft. Unser Herr, und nimm mein Gebet an." (14:40)
Dieses Gebet lebt noch immer. Jeder Glaubige verrichtet das Gebet aus Ibrahims Nachkommenschaft.
Und bei jedem Opferfest erinnern wir uns an diese grosse Hingabe:
"Als sich beide ergeben hatten..."
Sich ergeben. Wie Ibrahim. Der Freund Gottes werden.
Verwandte Seiten:
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Ibrahim 'Khalilullah' genannt?
Khalil bedeutet 'Freund'. Khalilullah: Der Freund Allahs. Ibrahim erwarb diesen Titel durch seinen Glauben und seine Hingabe. Der Koran sagt: 'Und Allah hat Ibrahim zum Freund genommen.' (4:125)
Wurde Ibrahim wirklich ins Feuer geworfen?
Ja, der Koran berichtet davon. Auf Nimrods Befehl wurde er ins Feuer geworfen. Allah befahl: 'O Feuer, sei kuhl und friedlich fur Ibrahim!' Das Feuer verbrannte ihn nicht. (21:68-69)
Wollte Ibrahim seinen Sohn wirklich opfern?
In einem Traum erhielt er den Befehl zur Opferung. Ibrahim und sein Sohn Ismail ergaben sich. Im Moment der Ausfuhrung sandte Allah einen Widder. Es war eine Prufung, und sie bestanden sie. Das Opferfest erinnert daran.
Wer baute die Kaaba?
Ibrahim und sein Sohn Ismail bauten sie gemeinsam. 'Und als Ibrahim zusammen mit Ismail die Grundmauern des Hauses errichtete...' (2:127). Ursprunglich wurde sie zur Zeit Adams erbaut, Ibrahim errichtete sie neu.
In welchem Alter starb Ibrahim?
Uberlieferungen zufolge im Alter von 175 oder 200 Jahren. Ein langes Leben voller schwieriger Prufungen. Er wurde in Palastina (nahe Jerusalem, Stadt Hebron/Khalil) begraben.